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Der Beruf der Domina ist freudvoll. Allerdings poppen auch Schattenseiten auf. Stalker und andere unangenehme Zeitgenossen tragen dazu bei, dass dieser Beruf nicht immer ein Honigschlecken ist (wäre ja auch zu schön ;-)). Dieser Beitrag ist eine Hommage an diese beiden Gruppen. Ich nehme mir die Freiheit, auch darüber zu sprechen, denn für mich nimmt das Thematisieren dieser Vorfälle der Sache ein bisschen ihren Schreck.

Stalker – der Erste.

Stalking hat viele Gesichter. Selber habe ich bislang zwei davon erfahren. Das erste Mal fühlte sich jemand bemüssigt, mich mindestens fünf Mal am Tag anzurufen. Einmal war es wegen einem Termin, einmal wegen der Szenarien, die ich für eine künftige Session bereitzustellen versprochen hatte, ein anderes Mal wegen was-weiß-ich.

Wenn ich nicht auf die Anrufe reagiert habe, kamen Nachrichten, aus denen ich schließen sollte, dass der Verfasser ein ganz dringendes Anliegen hätte, wo es um Leben und Tod ginge und dessen ich mich unbedingt sofort annehmen müsse.

Am Anfang reagierte ich darauf – es machte den Eindruck als ob der Gast ein Stammgast werden könnte und ich fand seine Ideen durchaus interessant (außer jene mit der Schlange. Hallo, Tierschutz?).

Nach einigen Tagen merkte ich aber, dass mir diese ständigen Kontaktversuche mit den immer gleichen Fragen, die ich oft drei Mal beantwortete (ja, ich bin ein geduldiger Mensch!) unheimlich viel Energie raubten. Er nahm keine Rücksicht und wenn ich nicht sofort antwortete, eskalierten seine Versuche. Ich habe in der Woche nach unserer ersten Session 70 (!!!) Anrufe gezählt. Ich frage mich, was in so einem Menschen vorgeht. Ruft er seine Freunde auch so oft an? Echt jetzt?

Ich ärgere mich maßlos über diesen Mangel an Respekt gegenüber meiner Person und meiner Lebenszeit.

Irgendwann ist es mir zu blöd geworden und ich habe deutlich kommuniziert dass ich das nicht  mehr möchte. In diesem Fall hat es funktioniert. Nicht alle Fälle enden aber so glimpflich.

Stalker – der Zweite.

Der Zweite Fall ist ein sehr trauriger, was ihn aber nicht weniger lästig macht. Der Mann ist in Wien kein unbeschriebenes Blatt und treibt laut Aussagen von länger gedienten Dominas schon seit Jahren sein Unwesen. Er dürfte psychisch schwer angeschlagen sein, jedoch die zeitlichen und finanziellen Ressourcen besitzen, Stalking als ausgedehntes Hobby betreiben zu können. Er bleibt dabei immer in einer rechtlichen Grauzone (bei mir zumindest). Bei anderen ist es nicht bei Belästigungen über Telefon und Nachrichten geblieben. Bei einer Domina hat er im Privatleben gewütet und eine andere hat ihn sogar anzeigen müssen, um ihn los zu werden. Was die genaue Geschichte dahinter ist, weiß ich nicht bis ins Detail. Das Ende war aber nie romantisch.

Er verwendet immer wieder neue Telefonnummern (meine Güte, der Typ muss ein Zimmer voller Simkarten haben – mich würde alleine das Auseinanderhalten der Nummern wahnsinnig machen). Einmal ist er Anwalt, dann angehender Arzt und bei mir einmal Schweizer Diplomatenkind. Typisch für ihn ist seine Art zu schreiben. Er kontaktiert meistens per SMS und bittet höflich um einen Termin. Dann verunmöglicht er eine Terminfindung indem er immer neue – zusammenhanglose – Vorschläge macht. Mir reißt dann meistens der Geduldsfaden und ich bitte ihn höflich, sich eine andere Domina zu suchen. Daraufhin wird er ausfällig und massiv beleidigend. Und spätestens da speichere ich seine neue Nummer unter dem immer gleichen Kontakt, der gesperrt ist. Die Zahl der Nummern, unter denen ich ihn eindeutig identifiziert habe, war alleine in den letzten Tagen drei. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn jedes Mal erkannt habe.

Rechtlich bleiben mir wenig Möglichkeiten, mich zu schützen.

Die Definition von Stalking – so erklärte man mir das bei der Polizei – ist, dass die Kontaktversuche sehr häufig sind (mehrmals täglich) und mein Leben beeinträchtigen. Super Aussichten. Ich muss mir das also gefallen lassen? Ich frage mich schon, wie lange jemand sowas tut, bis es ihm verleidet.

Edit: Währenddem dieser Beitrag entstanden ist (zornig genug war ich ja), hat es ein Telefongespräch mit besagtem Herrn gegeben. Ich bin gespannt, ob es funktioniert hat…;-)

Was ist Stalking und was nicht?

Jetzt ist es so, dass es Gäste gibt, die mehr Aufmerksamkeit brauchen. Ich bin gerne bereit, diese zu geben, solange ich nicht das Gefühl habe, ausgesaugt zu werden.

Oft fehlt es dem Gegenüber aber an jeglichem Feingefühl, wo für mich als Domina Grenzen der Beziehungspflege sind.

Oder es ist den Herren (Damen haben mich noch nie belästigt) einfach egal, dass hinter der Telefonnummer einer Domina ein ganz normaler Mensch sitzt.

Manche meiner Stammgäste bekommen von mir extra Aufmerksamkeit weil sie sich die Zeit nehmen, mir ganz wunderbare E-Mails zu schreiben oder die WhatsApp Kommunikation besonders witzig oder spannend ist. Ich mag den Dialog und wenn es unter dem Strich menschlich passt und der Gast mich regelmäßig besucht – why not bissi Geplänkel?. Das macht mir nichts und entlockt mir oft ein Schmunzeln und/oder die Inhalte berühren mich sehr. Weil sie Leidenschaft signalisieren. Und Respekt. Das ist KEIN Stalking.

Diese Respektlosigkeit, die Stalker allerdings gegenüber Vertreterinnen unseres Berufsstandes an den Tag legen, sehen die Täter wohl selber als Kavaliersdelikt.

Schließlich sind wir selber schuld, wenn wir Domina werden, nicht wahr? Berufsrisiko, könnte man schulterzuckend argumentieren.

Es ist mir völlig klar, dass manche Vertreterinnen unserer Gilde nichts dafür tun, das Ansehen unseres Gewerbes durch übertriebene Professionalität maßgeblich zu verbessern. Trotzdem finde ich, dass es manchmal helfen würde, sich klar zu machen, dass unsere Tätigkeit, egal mit welcher Philosophie sie ausgeübt wird,  kein Freischein für jeden Trottel ist, uns unsere Zeit zu stehlen und sich zu verhalten wie der letzte Mensch.

Andere unangenehme Mitspieler

Nicht nur Stalker können unangenehm werden. Eine weitere Kategorie sind Forentrolls. Ich habe meine Beteiligung an Foren auf ein Minimum beschränkt, da meine Erfahrungen nicht die besten sind. Oft wird einem mangelnde Kompetenz unterstellt (das Totschlägerargument Nummer eins – wie soll ich da dagegen argumentieren, wenn ich die Menschen nicht mal kenne?

Egal ob ich was kann oder nicht, egal was ich sagen würde oder nicht, ich kann nur verlieren oder setze mich neuen Anfeindungen aus. Was auch immer in den Köpfen dieser Menschen vorgeht, hilfreich ist das bestimmt nicht und dem aussetzen möchte man sich wirklich nicht. Klar – im Internet präsent zu sein ist schon ein Risiko an sich, aber die Diskussionen nicht auch noch mit sinnlosen Deeskalationsversuchen anzuheizen, das habe ich definitiv lernen müssen. Vielleicht wage ich etwas später ja nochmal den Schritt in die Schlangengrube, nachdem ich mir eine gute Strategie zurecht gelegt habe. Denn auch das will geübt sein.

Manche andere unangenehme Mitspieler, wie ich sie im Titel nenne, vergessen bei der Kontaktaufnahme komplett ihre Kinderstube und schreiben nur kurz angebunden, ohne Anrede, Duzen einfach oder drücken sich so aus, dass man gleich spürt, was sie von einem halten. Eine tolle menschliche oder sprachliche Leistung ist das nicht. Und es macht auch keine Lust auf Zusammenarbeit. Wir Dominas merken sowas, meine Herren, und es tut nichts für unser gemeinsames Erlebnis!

Fazit

Spinner gibt es überall, im Umfeld der professionellen weiblichen Dominanz scheint sie jedoch gehäuft aufzutreten. Es hilft, sich eine wahnsinnig dicke Haut zuzulegen, um nicht durchzudrehen oder seine eigene psychische Gesundheit und seinen inneren Frieden zu gefährden. Sich Hilfe und Beistand bei Kolleginnen oder im privaten Umfeld zu holen ist auch nicht verkehrt. Und wenn es wirklich nicht anders geht, muss eben der rechtliche Weg beschritten werden.

Ich bin grundsätzlich kein ängstlicher Mensch, die Nerven, die das alles braucht, würde ich mir aber trotzdem gerne sparen.

Die Blockierfunktion ist übrigens inzwischen mein bester Freund! Im Umgang damit kann ich von so mancher Kollegin jedoch noch viel lernen, fürchte ich…

So. Und jetzt widmen wir uns wieder erfreulicheren Themen, denn die Mehrzahl der Gäste, die zu mir kommen, sind anständig und angenehm und dafür möchte ich mich an dieser Stelle mal herzlich bedanken – es macht echt Spaß mit Euch, Jungs!

 

 

 

Die Vor- und Nachteile des professionellen BDSM

Professionelle Erotikdienstleistungen haben ihre Vor- und Nachteile. Die Vorteile liegen auf der Hand: Du zahlst für eine Dienstleistung und bekommst sie, ohne, dass Du Dich am nächsten Tag mit zehntausend Nachrichten oder einem Anspruch auf Deine Person herumschlagen musst. Du bekommst die Dienstleistung dann, wenn Du sie beanspruchen möchtest und so ausgiebig, wie Du es brauchst. Zudem kannst Du Dir halbwegs sicher sein, dass Deine Handlungen geheim bleiben und nicht am nächsten Tag das halbe Dorf darüber spricht. Prostituierte haben zudem (meistens) keine Kopfschmerzen.

Wünsche, die Du äußerst, werden in den meisten Fällen erfüllt werden können

Ohne Rumgezicke und lange Rederei. Du kaufst, ich liefere. Das klingt sehr nüchtern, ich weiß. Wie gerne würde ich Dir etwas darüber erzählen, in welche Abgründe ich Dich führen werde und welche Dinge Du bei mir erleben wirst. Das ist aber so gar nicht meins. Lassen wir einfach unsere Begegnung wirken und sehen, was alles möglich ist.

Die Nachteile sind jedoch auch offensichtlich; im BDSM Bereich ist die menschliche Beziehung meiner Meinung nach der Ausgangspunkt von allem. Ist sie tragfähig, kann und darf ganz vieles passieren. Es gibt immer Risiken. Dinge gehen technisch oder emotional ins Auge oder Du hast Dich in Deinen Wünschen übernommen. Und genau das ist die Herausforderung dabei. Ich kenne Dich kaum, wenn wir das erste Mal miteinander spielen. Auch ich brauche Zeit, um mich an Dich zu gewöhnen. Und auch ich als professionelle Domina habe Grenzen, die durch Geld nicht verschoben werden können.

Ich unterstelle, dass das alles viel intimer ist, als ein bloßer Sexualakt wie wir ihn aus der Erfüllung ehelicher Pflichten kennen.

Es ist ein Spiel mit Grenzen. Und dazu muss man jemanden eben nach und nach kennen lernen. Vielen fehlt der finanzielle Atem, um so eine Beziehung im professionellen Kontext wachsen zu lassen. Das ist nachvollziehbar, macht „mind-blowing“ Erlebnisse aber zu einer Herausforderung (ich sage nicht „unmöglich“). Mind-blowing ist natürlich das Ziel. Es darf aber die legitime Frage gestellt werden, ob das Versprechen, das immer sofort in einer Stunde zu schaffen, nicht an Quacksalbertum grenzt.

Psychologische Aspekte

Die Kunst ist es also, schnell eine tragfähige Beziehung aufzubauen und ein gutes Gespür für Menschen zu haben. Ich denke, dass das eine der wichtigsten Kompetenzen eines dominanten Parts in solchen Spielen ist. Empathie und Reflektionsfähigkeit sind ebenfalls nützlich. Trotzdem bleibt die professionelle Dienstleistung eben eine Dienstleistung. Und eine Stunde eine Stunde. Mit allen Vor- und Nachteilen. Im besten Fall – und das ist, was ich immer anstrebe – entsteht zwischen uns eine freundschaftliche und vertrauensvolle Beziehung, so dass wir gemeinsam immer weiter unsere Grenzen erweitern können.

Technische Grenzen

Ich tue nichts, von dem ich das Gefühl habe, es nicht genügend zu beherrschen – Deine Sicherheit ist ein zentrales Anliegen für mich.

Es ist fahrlässig, Dinge zu tun, deren Auswirkungen man nicht beurteilen kann

Immer wieder sehe ich (unerwünschte) Narben oder Verletzungen von Praktiken, deren Durchführung mangelhaft war. Und wir alle kennen die Geschichte von der Domina, in deren Obhut vor ein paar Jahren jemand ums Leben gekommen ist. Es kommt überhaupt nicht in Frage, dass Du bei mir unerwünschte Spuren davon trägst. Gestorben wird auch nicht, ich sag’s gleich. Genauso wie ich erwarte, dass Du Deine (vorläufigen) Grenzen halbwegs kennst, kenne ich meine.

Ich bin zu vielem bereit und entwickle mich mit den Wünschen meiner Gäste Schritt für Schritt weiter. Ich recherchiere solide, pflege regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und besuche Workshops. Trotzdem begegnen mir immer wieder Wünsche, deren Umsetzung ich nicht sofort anbieten kann. Ich werde aber immer darüber nachdenken und mich dafür engagieren, Deine Fantasie wahr werden zu lassen.

Generell denke ich, dass es nicht immer um bestimmte Praktiken geht. Es ist oft mehr das WIE und mit WEM als das WAS. Alle diese Praktiken sind Vehikel, um einen erwünschten Gefühlszustand hervorzurufen. Das Mittel, das wir dazu verwenden, sollte für alle Mitspieler sicher sein. Amen.

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