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Ein neues Jahr bricht an. Neues Jahr, neue Gedanken, könnte man sagen. Und ich denke gerne und ausgiebig. Auch wenn das nicht immer vom gewünschten Erfolg gekrönt ist.

Warum tun wir das eigentlich? Warum lassen sich gestandene Männer von einer verkleideten Frau demütigen und quälen und zahlen dafür auch noch Geld? Warum macht es mir Spaß, gemein und fies zu sein und Dich leiden zu sehen? Ist das krank? Ich (und Menschen, die klüger sind als Du und ich) würde sagen: es kommt drauf an.

Warum tust Du es?

Im ersten Moment würdest Du sicher sagen: Weil’s geil ist. Aber lass uns den Gedanken doch mal weiterdenken. Denn „geil“ bekommst Du auch, wenn Du masturbierst oder mit jemandem schläfst. Warum also wählst Du diesen Weg? Ich denke, da steckt tatsächlich mehr dahinter. Vielleicht ist es ein Trigger, den Du Dir in Deiner Kindheit eingetreten hast und dessen Du Dir ganz bewusst bist, vielleicht ist es aber auch etwas, dessen Ursprung Du nicht mehr genau benennen kannst. Ich denke, dass die Ausgangslage egal ist. Es ist jetzt da. Weshalb es da ist, hilft wenig dabei, die Mechanismen zu verstehen.

Die meisten meiner Gäste würde ich als psychisch gesund einstufen. Sie zeigen keinerlei Auffälligkeiten. Sie haben ein „normales“ Leben, ganz normale Jobs und verhalten sich aus meiner Sicht normal.

Bis sie bei mir zur Türe reinkommen. Sie wollen, dass ich ihnen Dinge antue, von denen so manch einer behaupten würde, sie wären krank. Sie lassen sich schlagen, bis die Haut aufplatzt. Sie lecken meine Spucke vom Boden. Sie küssen meine Füße. Sie lassen sich Nadeln durch ihre Geschlechtsteile stechen oder verkleiden sich gerne als Frau und wollen wie eine Hure behandelt werden. Sie äußern Wünsche, gegen deren Intensität ein Christian Grey wie ein Ministrant anmutet. Das alles sind Dinge, die offensichtlich dazu dienen, einen gewissen Zustand zu erreichen.

Es geht dabei um ganz einfach verständliche Dinge wie Machtlosigkeit, loslassen, Verantwortung abgeben, sich unterlegen fühlen.

Manchmal stimmt das Klischee vom gestressten Manager, der sich in seiner Freizeit von bösen Frauen wie mir unterwerfen lässt, tatsächlich. Man muss aber kein gestresster Manager sein, um das Bedürfnis nach dem dominiert werden zu entwickeln. Menschen stehen unter Druck in ihrem Leben. Menschen müssen funktionieren und leisten. Manche von uns müssen wahnsinnig wichtig, kompetent, souverän oder neurotisch sein, um den Platz, den sie sich im Leben ergattert haben, zu verteidigen. Das macht müde.

Das Bedürfnis nach etwas Auszeit ist groß.

Ich kenne Menschen, die sich mit Alkohol oder Drogen den so notwendigen Ausgleich verschaffen. Andere betreiben (Extrem-) Sport. Wieder andere gehen den Jakobsweg. Und meine Gäste lassen sich eben – salopp gesagt – verhauen. Ich sehe meine Arbeit immer als eine Art Vehikel, um einen gewünschten Zustand zu erreichen. Was meine (gesunden) Gäste neben ihrer Sexualiät antreibt, glaube ich halbwegs zu verstehen.

Warum tue ich es?

Aber wie ist das jetzt für mich? Achtung: Das wird jetzt sehr ernüchternd. Möglicherweise auch geschäftsschädigend. Aber es muss auch mal gesagt sein. Und insgeheim ahnte man es ja schon. Ich bin nicht dazu geeignet, mir ein Blatt vor den Mund zu nehmen, um jemandem zu gefallen oder um mehr zu verkaufen. Dazu bin ich zu alt.

Auch wenn ich Dich das gerne glauben ließe, ich kann nicht 24 Stunden am Tag an Sex denken. Tatsächlich ist meine sexuelle Komponente an dem ganzen Spiel relativ gering bis hin zu inexistent. Das hat einerseits damit zu tun, dass Du mich niemals auf eine eindeutig sexuelle Art berühren darfst, schon gar nicht an intimen Stellen. Weil ich das nicht wollen würde. Du bist ja im Prinzip fremd für mich und ja, ich bin da ziemlich bieder. Hauptsächlich hat es aber damit zu tun, dass ich mich während meines Tuns viel zu sehr im Kopf befinde. Ich muss beobachten, Signale deuten und Dir immer einen Schritt voraus sein. Ich muss auf Dich aufpassen. Ich muss eine Choreographie aufrecht erhalten, ich muss abschätzen, wie viel Druck notwendig ist. Ich darf Deine Tabus nicht vergessen und muss schauen, dass ich wenigstens den einen oder anderen Wunsch umsetzen kann. Das verhindert, dass ich mich persönlich sexuell beteilige. Und trotzdem habe ich – Überraschung – ziemlich viel Spaß. Du fragst Dich jetzt bestimmt, wie das geht.

Während dem für Dich das Loslassen und beherrscht werden eine Wohltat ist, genieße ich es, einen Ort gefunden zu haben, an dem ich die Kontrolle habe.

Ich habe Macht. Ich bin nicht hilflos oder schutzlos. Ich muss mich nicht dem Schicksal unterordnen, ich BIN das Schicksal (hoppala, blasphemische Tendenzen, Frau Lynn). Und bekomme auch noch Geld dafür. Wie viel besser kann es denn noch werden, bitte?

Ich bestimme, was passiert und noch viel wichtiger – was nicht. Es ist nicht wie im „richtigen“ Leben wo mir unangenehme Dinge widerfahren, die ich nicht beeinflussen kann. Und das macht es verdammt sexy. Und fühlt sich manchmal an wie eine Therapie gegen die Unbill des Lebens.

Ein anderer Grund ist, dass ich in die Rolle einer immer souveränen, überlegenen Amazone schlüpfen kann. Das ist gut fürs Ego, ehrlich. Sehr wahrscheinlich wärst Du ernüchtert, wie normal ich im Prinzip bin. Und ich bete, dass Du mich niemals ungeschminkt siehst ;-). Für mich ist also auch diese Rolle eine Art Urlaub von meinem normalen Ich. Und das macht sehr viel Spaß.

Wann ist es krankhaft?

Der ICD-10, ein Klassifizierungsschema für Krankheiten, zählt einige Pathologien auf, die wir im BDSM genau so finden wie die ganz normalen Wünsche und Mechanismen, die ich beschrieben habe. Natürlich gibt es auch Zeitgenossen, die aus einem Krankheitsbild heraus bei mir landen. Ich kann das oft nicht unterscheiden, weil ich Dich nicht so gut kenne. Ist auch nicht meine Aufgabe, sonst wäre ich ja Psychotherapeutin und nicht Domina. Trotzdem ist es gut zu wissen, ab wann Deine Wünsche als Krankheit gelten und Du Dir anderweitig Hilfe holen solltest. Zu den krankheitswertigen Gründen können die diversesten Störungsbilder gehören. Ich nehme jetzt mal Abstand davon, das hier aufzuzählen, dazu fehlt mir die medizinische Kompetenz. Jedem, den es interessiert, empfehle ich, sich den ICD-10 mal anzusehen (hier).

Aber Achtung: Erst der Leidensdruck unterscheidet eine Abweichung von einer echten Störung oder Krankheit.

Man könnte also sagen, egal wie hirnrissig Deine Fantasien sind, solange Du nicht leidest und sie keinem anderen schaden, ist es keine Störung.

Die therapeutische oder heilende Komponente

Viele BDSM Praktizierende sprechen von einem therapeutischen Effekt, der eigentlich der Anlass meines Beitrags ist. Da ich wie gesagt – keine psychologische Ausbildung habe und mein Wissen diesbezüglich bestenfalls stümperhaft ist, kann ich nur meine Sichtweise oder mein Erleben schildern. Aber vielleicht empfindest Du ja etwas Ähnliches.

Durch diese künstlich herbeigeführte Situation dürfen wir plötzlich Dinge tun oder empfinden, die wir sonst nicht dürfen.

Es ist ein geschützter Raum für emotionale und sexuelle Experimente.

Oft ist uns leichter, wenn wir eine Emotion einmal einfach völlig ungebremst laufen lassen dürfen. Unsere Sozialisierung verbietet das im normalen Umfeld ja oft. So werden wir unbemerkt zu verklemmten Neurotikern, die sich selber nicht mehr spüren und deren Emotionen durch das Leben perfekt wegtrainiert sind. Ist das nicht traurig?

Ich baue zum Beispiel oft Aggression ab oder Frust, wenn ich Dich quäle. Auch wenn das manche BDSM Experten völlig „pfui“ finden. Mir ist das aber egal. Das ist meine BDSM Bühne und meine Regeln. Meine Beweggründe. Meine Emotionen. Und ich darf damit so umgehen, denn ich schade niemandem damit, im Gegenteil. Ich gebe Dir Schutz und die Möglichkeit, dich komplett fallen zu lassen und Du bietest mir eine Projektionsfläche wo meine Emotionen plötzlich zu etwas Erwünschtem werden. Ich finde das klingt sehr in Ordnung. Oder wie sagt man neudeutsch: win-win.

Solltest Du Dir übrigens die Frage stellen, ob Du gesund bist, kann ich Dir gerne einen Psychotherapeuten empfehlen, der das in einer Videosession abklärt. Er macht mit mir meine regelmäßigen Supervisionen und ist mit dem Thema BDSM bestens vertraut. Kontaktiere mich einfach.

 

 

 

Was macht eine gute Domina aus?

Welche Eigenschaften braucht eine gute Domina? Das Thema hat mich lange vor dem Eintritt in meine neue Berufswelt beschäftigt. Was finde ich wichtig? Welche Eigenschaften kann ich bieten? Passen die zwei Dinge zusammen? Irgendwann habe ich eine Liste geschrieben. Sie war lang, etwa 20 Punkte. „Sie muss wahnsinnig böse und niederträchtig sein“ ist keiner davon, das möchte ich gleich vorweg nehmen.

Ich wollte die zehn wichtigsten Dinge herausarbeiten und mich darauf konzentrieren. Dabei spielt meine eigene Persönlichkeit natürlich eine große Rolle – was kann ich gut? Was sind meine besten Eigenschaften? (Die anderen verrate ich natürlich nicht, sonst ist das ganze schöne Marketing zur Sau). Was entstanden ist, ist so eine Art „Unternehmensmission“ für mich geworden. Es sind die Punkte, an denen ich weiter arbeiten will. „Stärken stärken“, so lautet ungefähr das Motto.

1. Loyalität

Die klassische Domina braucht zuallererst eins: Loyalität. Loyalität gegenüber ihren Gästen und Loyalität gegenüber sich selbst. Diese beiden Dinge in Einklang zu bringen erfordert etwas Geschick. Loyalität gegenüber Gästen heißt: Wort zu halten und verlässlich und diskret zu sein, aber auch, sie nicht zu gefährden oder respektlos zu behandeln oder ihre Privatsphäre aufs Spiel zu setzen. Loyalität gegenüber sich selbst äußert sich darin, dass versucht wird, keinen Raubbau an sich selber zu betreiben. Das inkludiert, ständig auf der Hut zu sein vor Dingen, die einem Schaden könnten. Dazu zähle ich Drogen & Alkohol und vor allem eins: Dinge zu tun, die sich nicht gut anfühlen. Alle genannten Punkte können, wenn sie nicht beachtet werden, zu einem abrupten Ende der Karriere oder der persönlichen Gesundheit einer Domina führen. Im Artikel Sicherheit für Dominas – geht das? habe ich das Thema „Bauchgefühl“ bereits einmal angesprochen. Es kann dabei helfen, die für die eigene (psychische) Gesundheit richtigen Entscheidungen zu treffen, wo oft handfeste Beweise fehlen.

2. Empathie

Empathie, also die Fähigkeit, sich in jemand anderen hineinzuversetzen, ist auch ganz weit oben. Empathie hilft, den Gast in seiner (sexuellen) Lebenswelt zu sehen und verstehen. Erst dieses Verständnis macht es möglich, die einzelnen Komponenten der Dominanz im richtigen Verhältnis zu mischen und dem Gast zu geben, was er braucht. Das klingt fast ein bisschen therapeutisch, nicht wahr? Ich sage: ist es auch. Unser Beruf ähnelt anderen Berufsbildern in manchen Aspekten teilweise frappant.

3. Psychische Gesundheit

Um den Beruf einer Domina ausüben zu können, ist es dringend ratsam, über eine gesunde Psyche zu verfügen. Eine Domina muss ständig Kontrolle bewahren und Verantwortung übernehmen, der Fels in der Brandung sein. Besteht ein Problem mit dem Selbstwert, dem Selbstbewusstsein oder gibt es andere psychische Probleme, rate ich von einer Betätigung in diesem Beruf ab. Um mit den andauernden psychischen Belastungen zurecht zu kommen (extreme Wünsche von Sklaven, traurige (Lebens-)Geschichten und respektlose Anfragen, um nur einige Beispiele zu nennen), kann beispielsweise Supervision in Anspruch genommen werden. Wenn man nicht beide Beine fest am Boden hat, wird das auf Dauer auf jeden Fall nichts, ohne dass die Domina, ein Gast und letzlich auch die gesamte Branche Schaden nimmt.

4. Intelligenz und Bildung

Wer will sich von einer Domina befehlen lassen, die ihm nicht ansatzweise geistig das Wasser reichen kann? Das Spiel von Dominanz und Unterwerfung lebt zu einem großen Teil vom sogenannten „Mindfuck“, also dem, was sich in den Köpfen abspielt. Um dieses Spiel auf allen Ebenen zu beherrschen, braucht es ein Mindestmaß an Intelligenz und Bildung. Bildung muss nicht unbedingt mit einem Dokument verbrieft sein, auch Lebenserfahrung hilft. Die Domina muss dem Sklaven immer einen Schritt voraus sein, um ihre Rolle souverän ausfüllen zu können. Klar – wir haben alle mal schwache Tage. Wenn die Domina sich aber schwer tut, 1+1 zusammenzuzählen oder kein einziges gemeinsames Smalltalkthema mit dem Gast findet, wird es etwas eng mit der Dominanz.

5. Humor

Was zur Hölle hat Humor im BDSM verloren? Ich sage: ganz viel. Einerseits ist es eine Bewältigungsstrategie für den ganzen Wahnsinn, dem wir Dominas den ganzen Tag ausgesetzt sind (obwohl es ja zu einem großen Teil unser eigener Wahnsinn ist). Andererseits hilft Humor oft, knifflige Situationen zu bewältigen oder für den Gast eine entspanntere Atmosphäre zu schaffen.

Dominas mit Humor sind besser gerüstet in der Schlacht um das Minimum an zwischenmenschlicher Verbindung, die für das Spiel so wichtig ist.

Und am Ende des Tages sind Gäste, die mitlachen können, einfach die angenehmeren Zeitgenossen als jene, die das ganze so verbissen sehen. BDSM ist Sex. Und Sex darf durchaus heiter sein.

6. Toleranz

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Bei weitem nicht jeder, der mich kontaktiert, hat Interesse an Schmerz oder Erniedrigung. Das Feld, das wir Dominas bedienen, ist ein viel weiteres, allerdings gehen die Randvorlieben (nennen wir seltenere Interessen einfach mal so) im großen Rauschen oft unter.

Nicht selten muss ich zwei Mal hinhören, wenn mir ein Interessent seine Wünsche darlegt.

Wenn diese Wünsche nicht gesetzeswidrig oder gemeingefährlich sind, sehe ich es als meine Aufgabe, wertfrei zu beurteilen, ob der Wunsch erfüllt werden kann oder nicht. Für diese wertfreie Betrachtung und das Entwickeln einer Antwort auf das Bedürfnis des Gastes bedarf es ganz viel Toleranz. Natürlich muss ich manchmal im ersten Moment schmunzeln, aber genau das macht unseren Job so spannend. Und sehr oft verstehe ich plötzlich ganz genau, was daran reizvoll ist, wenn ich mit dem Gast gemeinsam mitten im Spiel bin.

7. Flexibilität und Improvisationstalent

Nicht immer klappen die Dinge so, wie sie sich der dominante Part zurechtgelegt hat. Das Seil rutscht, der Haken geht nicht in den Arsch, oder der Sub jammert schon wenn man ihn nur böse ansieht. Aber nicht nur während des Spiels gehen Dinge schief. Termine werden verschoben, nicht eingehalten oder exakt das Outfit, das sich der Gast in der nächsten Stunde wünscht, hängt tropfnass am Wäscheständer oder das Spielzeug, das man sich einbildet, ist partout nicht auffindbar. Das sind alles keine Beinbrüche. Es gibt immer einen Weg, wenn das Improvisationstalent und die Flexibilität gegeben sind. Es hilft auch ein gutes Netzwerk um Flexibilität bieten zu können – in meinem Fall sind das meine Kolleginnen im Studio, auf die in jeder Situation Verlass ist und die mich schon öfter mal aus einer kniffligen Situation gerettet haben (Danke Mädels, ich stehe auf Euch!) Oder andere Menschen, die mit Rat und Tat zur Seite stehen und im privaten Umfeld die Stellung halten und verzeihen, dass man zu den unmöglichsten Zeiten am Arbeiten ist.

8. Dominanz

Almost last but not least – ein bisschen Dominanz schadet natürlich auch nicht. Die Freude daran, andere zu unterwerfen, die Freude daran, den Text anzusagen. Die kleinen Fiesheiten zu genießen, die im Spiel passieren. In Normaloberufen würde man es wohl „Führungsqualität“ nennen. Dominanz sollte sich eher in Souveränität, Voraussicht und liebevollem Hinführen zu den diversen Spielarten als in lautem unfreundlichem Gehabe äußern. Gut – jedem Tierchen sein Pläsierchen, ich persönlich finde aber, dass Arroganz, fieses Verhalten und böse Behandlungen erst ab dem Zeitpunkt angebracht sind, wo ein klar abgegrenztes Spiel stattfindet.

9. Technische Fähigkeiten

Dominanz als Profi bedeutet, dass man die Techniken, die man anwendet auch beherrscht.

Es ist besser, drei Dinge richtig zu können als zehn nur ansatzweise.

Es gibt in dem Bereich viel zu lernen. Dominanz ist Handwerk, das wird jede Domina bestätigen können. Wir müssen wissen, wie Hygiene praktisch umgesetzt wird, welche Gerätschaften wie einzusetzen sind und wie wir den Gast vor unangenehmen Folgeerscheinungen wie Verletzungen und Krankheiten schützen.

Das Spiel soll zwar nachhaltig sein aber auf das Leben des Gastes keine unerwünschten Auswirkungen haben.

Das einfachste Beispiel dafür ist das Schlagen – wo schlage ich mit welchem Werkzeug hin? Welches Werkzeug macht in welcher Intensität welche Spuren und wie lange halten sie an?

Für 90% der Gäste sind ein paar Basics ausreichend. Ich kann es nur immer wiederholen. Dominanz hat zu 30% mit den angewandten Techniken zu tun und zu 70% mit Persönlichkeit. Für mich persönlich ist es aber immer spannend, neue Dinge zu lernen. An dieser Stelle danke ich Lady Evelyn (dank Dir kann ich jetzt aus Schwänzen Mumus nähen, Du bist meine Lieblingsperverse!) und Contessa Juliette, die mir mit ihrem reichen Erfahrungsschatz schon so oft weitergeholfen haben und mich tatkräftig dabei unterstützen, mich weiter zu entwickeln.

10. Aussehen

Wie gerne würde ich sagen, dass Aussehen nur eine untergeordnete Rolle spielt, weil wir alle so reflektierte Menschen sind und uns auf innere Werte konzentrieren und blahblahblah. Stimmt aber nicht. Männer sind enorm visuelle Wesen. Eine Domina sollte also sehr viel Wert auf ihr Äußeres legen. Das bedeutet akribische Körperpflege, sinnvolles Styling und stilvolle Kleidung. Die gewählten Optionen sollten zum Typ passen, selbst wenn schwarz in unserem Fall definitiv das neue schwarz ist.

Es ist besser, nur drei gut sitzende Outfits zu besitzen als den Schrank voll mit irgendwelchen zweitklassigen Fetzen zu haben.

Im Wirtschaftsleben wird Menschen im guten Anzug mehr Kompetenz zugeschrieben als jenen in Jeans und T-Shirt (außer Du heißt Steve Jobs – Gott hab‘ ihn selig – oder Mark Zuckerberg). Dasselbe gilt für Dominas. Zuviel Nacktheit, zu extravagantes Make-up und deutlich sichtbare chirurgische Optimierungsmaßnahmen lassen eine Domina nicht unbedingt vertrauenswürdiger erscheinen. Das ist aber mein ganz persönlicher Geschmack – es gibt für jede Art von Auftritt sicher genügend Anhänger.

Wie man sich präsentiert, hängt auch damit zusammen, welche Leistungen man anbietet.

Für eine Domina, die berührbare Dominanz anbietet, ist ein bisschen Nacktheit sicher nicht verkehrt. So muss jede ihren eigenen Weg finden. Es ist aber – gerade beim Thema Nacktheit – zu bedenken, dass alleine der Umstand, dass der Sklave nackt und die Domina angezogen ist, ein Machtgefälle auslöst.

Egal, wie man aussieht, es gibt immer Möglichkeiten, das beste aus seinem Typ zu machen und eine attraktive Erscheinung abzugeben. Ein paar Kilo zuviel? Egal. Wenn die Kleidung sitzt, kann das reizvoll sein. Zu große Nase? Das interessiert kein Schwein, wenn der Rest passt. Wir müssen nicht perfekt sein, sollten aber immer das Beste rausholen (das ist ziemlich anstrengend, lohnt sich aber). Aussehen ist also definitiv ein Punkt, egal, wie die Domina das für sich schlussendlich interpretiert.

Einen Punkt möchte ich noch anfügen:

Es wäre gut, wenn man so aussieht wie auf den Bildern, die man veröffentlicht.

Kleinere Korrekturen sind erlaubt – Pickel wegretuschieren oder das eine oder andere Fältchen ein bisschen glätten ist sicher in Ordnung. Wenn der Gast aber in der Realität etwas vorfindet, was mit den Bildern so gar nichts mehr zu tun hat, dann ist das blöd.

Fazit

Wie man es dreht und wendet, der Beruf der Domina verlangt einem so einiges ab. Wer glaubt, mit ein bisschen Lack und Leder und böse schauen ist es getan, hat sich geschnitten. Wenn man aber über ein paar grundlegende Soft und Hardskills verfügt, ist alles andere nur noch „Tun“. Dieses Tun wiederum kann die Verbesserung der genannten Fähigkeiten fördern – wir sind alle Menschen und ein Mensch kann sich entwickeln. Die Fähigkeiten, die ich anführe, sind mein persönlicher Geschmack und spiegeln das wieder, was ich wichtig finde. Ich habe durchaus Punkte, die ich noch verbessern kann, das geht immer. Das macht es ja so spannend.

 

 

 

Der Beruf der Domina ist freudvoll. Allerdings poppen auch Schattenseiten auf. Stalker und andere unangenehme Zeitgenossen tragen dazu bei, dass dieser Beruf nicht immer ein Honigschlecken ist (wäre ja auch zu schön ;-)). Dieser Beitrag ist eine Hommage an diese beiden Gruppen. Ich nehme mir die Freiheit, auch darüber zu sprechen, denn für mich nimmt das Thematisieren dieser Vorfälle der Sache ein bisschen ihren Schreck.

Stalker – der Erste.

Stalking hat viele Gesichter. Selber habe ich bislang zwei davon erfahren. Das erste Mal fühlte sich jemand bemüssigt, mich mindestens fünf Mal am Tag anzurufen. Einmal war es wegen einem Termin, einmal wegen der Szenarien, die ich für eine künftige Session bereitzustellen versprochen hatte, ein anderes Mal wegen was-weiß-ich.

Wenn ich nicht auf die Anrufe reagiert habe, kamen Nachrichten, aus denen ich schließen sollte, dass der Verfasser ein ganz dringendes Anliegen hätte, wo es um Leben und Tod ginge und dessen ich mich unbedingt sofort annehmen müsse.

Am Anfang reagierte ich darauf – es machte den Eindruck als ob der Gast ein Stammgast werden könnte und ich fand seine Ideen durchaus interessant (außer jene mit der Schlange. Hallo, Tierschutz?).

Nach einigen Tagen merkte ich aber, dass mir diese ständigen Kontaktversuche mit den immer gleichen Fragen, die ich oft drei Mal beantwortete (ja, ich bin ein geduldiger Mensch!) unheimlich viel Energie raubten. Er nahm keine Rücksicht und wenn ich nicht sofort antwortete, eskalierten seine Versuche. Ich habe in der Woche nach unserer ersten Session 70 (!!!) Anrufe gezählt. Ich frage mich, was in so einem Menschen vorgeht. Ruft er seine Freunde auch so oft an? Echt jetzt?

Ich ärgere mich maßlos über diesen Mangel an Respekt gegenüber meiner Person und meiner Lebenszeit.

Irgendwann ist es mir zu blöd geworden und ich habe deutlich kommuniziert dass ich das nicht  mehr möchte. In diesem Fall hat es funktioniert. Nicht alle Fälle enden aber so glimpflich.

Stalker – der Zweite.

Der Zweite Fall ist ein sehr trauriger, was ihn aber nicht weniger lästig macht. Der Mann ist in Wien kein unbeschriebenes Blatt und treibt laut Aussagen von länger gedienten Dominas schon seit Jahren sein Unwesen. Er dürfte psychisch schwer angeschlagen sein, jedoch die zeitlichen und finanziellen Ressourcen besitzen, Stalking als ausgedehntes Hobby betreiben zu können. Er bleibt dabei immer in einer rechtlichen Grauzone (bei mir zumindest). Bei anderen ist es nicht bei Belästigungen über Telefon und Nachrichten geblieben. Bei einer Domina hat er im Privatleben gewütet und eine andere hat ihn sogar anzeigen müssen, um ihn los zu werden. Was die genaue Geschichte dahinter ist, weiß ich nicht bis ins Detail. Das Ende war aber nie romantisch.

Er verwendet immer wieder neue Telefonnummern (meine Güte, der Typ muss ein Zimmer voller Simkarten haben – mich würde alleine das Auseinanderhalten der Nummern wahnsinnig machen). Einmal ist er Anwalt, dann angehender Arzt und bei mir einmal Schweizer Diplomatenkind. Typisch für ihn ist seine Art zu schreiben. Er kontaktiert meistens per SMS und bittet höflich um einen Termin. Dann verunmöglicht er eine Terminfindung indem er immer neue – zusammenhanglose – Vorschläge macht. Mir reißt dann meistens der Geduldsfaden und ich bitte ihn höflich, sich eine andere Domina zu suchen. Daraufhin wird er ausfällig und massiv beleidigend. Und spätestens da speichere ich seine neue Nummer unter dem immer gleichen Kontakt, der gesperrt ist. Die Zahl der Nummern, unter denen ich ihn eindeutig identifiziert habe, war alleine in den letzten Tagen drei. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn jedes Mal erkannt habe.

Rechtlich bleiben mir wenig Möglichkeiten, mich zu schützen.

Die Definition von Stalking – so erklärte man mir das bei der Polizei – ist, dass die Kontaktversuche sehr häufig sind (mehrmals täglich) und mein Leben beeinträchtigen. Super Aussichten. Ich muss mir das also gefallen lassen? Ich frage mich schon, wie lange jemand sowas tut, bis es ihm verleidet.

Edit: Währenddem dieser Beitrag entstanden ist (zornig genug war ich ja), hat es ein Telefongespräch mit besagtem Herrn gegeben. Ich bin gespannt, ob es funktioniert hat…;-)

Was ist Stalking und was nicht?

Jetzt ist es so, dass es Gäste gibt, die mehr Aufmerksamkeit brauchen. Ich bin gerne bereit, diese zu geben, solange ich nicht das Gefühl habe, ausgesaugt zu werden.

Oft fehlt es dem Gegenüber aber an jeglichem Feingefühl, wo für mich als Domina Grenzen der Beziehungspflege sind.

Oder es ist den Herren (Damen haben mich noch nie belästigt) einfach egal, dass hinter der Telefonnummer einer Domina ein ganz normaler Mensch sitzt.

Manche meiner Stammgäste bekommen von mir extra Aufmerksamkeit weil sie sich die Zeit nehmen, mir ganz wunderbare E-Mails zu schreiben oder die WhatsApp Kommunikation besonders witzig oder spannend ist. Ich mag den Dialog und wenn es unter dem Strich menschlich passt und der Gast mich regelmäßig besucht – why not bissi Geplänkel?. Das macht mir nichts und entlockt mir oft ein Schmunzeln und/oder die Inhalte berühren mich sehr. Weil sie Leidenschaft signalisieren. Und Respekt. Das ist KEIN Stalking.

Diese Respektlosigkeit, die Stalker allerdings gegenüber Vertreterinnen unseres Berufsstandes an den Tag legen, sehen die Täter wohl selber als Kavaliersdelikt.

Schließlich sind wir selber schuld, wenn wir Domina werden, nicht wahr? Berufsrisiko, könnte man schulterzuckend argumentieren.

Es ist mir völlig klar, dass manche Vertreterinnen unserer Gilde nichts dafür tun, das Ansehen unseres Gewerbes durch übertriebene Professionalität maßgeblich zu verbessern. Trotzdem finde ich, dass es manchmal helfen würde, sich klar zu machen, dass unsere Tätigkeit, egal mit welcher Philosophie sie ausgeübt wird,  kein Freischein für jeden Trottel ist, uns unsere Zeit zu stehlen und sich zu verhalten wie der letzte Mensch.

Andere unangenehme Mitspieler

Nicht nur Stalker können unangenehm werden. Eine weitere Kategorie sind Forentrolls. Ich habe meine Beteiligung an Foren auf ein Minimum beschränkt, da meine Erfahrungen nicht die besten sind. Oft wird einem mangelnde Kompetenz unterstellt (das Totschlägerargument Nummer eins – wie soll ich da dagegen argumentieren, wenn ich die Menschen nicht mal kenne?

Egal ob ich was kann oder nicht, egal was ich sagen würde oder nicht, ich kann nur verlieren oder setze mich neuen Anfeindungen aus. Was auch immer in den Köpfen dieser Menschen vorgeht, hilfreich ist das bestimmt nicht und dem aussetzen möchte man sich wirklich nicht. Klar – im Internet präsent zu sein ist schon ein Risiko an sich, aber die Diskussionen nicht auch noch mit sinnlosen Deeskalationsversuchen anzuheizen, das habe ich definitiv lernen müssen. Vielleicht wage ich etwas später ja nochmal den Schritt in die Schlangengrube, nachdem ich mir eine gute Strategie zurecht gelegt habe. Denn auch das will geübt sein.

Manche andere unangenehme Mitspieler, wie ich sie im Titel nenne, vergessen bei der Kontaktaufnahme komplett ihre Kinderstube und schreiben nur kurz angebunden, ohne Anrede, Duzen einfach oder drücken sich so aus, dass man gleich spürt, was sie von einem halten. Eine tolle menschliche oder sprachliche Leistung ist das nicht. Und es macht auch keine Lust auf Zusammenarbeit. Wir Dominas merken sowas, meine Herren, und es tut nichts für unser gemeinsames Erlebnis!

Fazit

Spinner gibt es überall, im Umfeld der professionellen weiblichen Dominanz scheint sie jedoch gehäuft aufzutreten. Es hilft, sich eine wahnsinnig dicke Haut zuzulegen, um nicht durchzudrehen oder seine eigene psychische Gesundheit und seinen inneren Frieden zu gefährden. Sich Hilfe und Beistand bei Kolleginnen oder im privaten Umfeld zu holen ist auch nicht verkehrt. Und wenn es wirklich nicht anders geht, muss eben der rechtliche Weg beschritten werden.

Ich bin grundsätzlich kein ängstlicher Mensch, die Nerven, die das alles braucht, würde ich mir aber trotzdem gerne sparen.

Die Blockierfunktion ist übrigens inzwischen mein bester Freund! Im Umgang damit kann ich von so mancher Kollegin jedoch noch viel lernen, fürchte ich…

So. Und jetzt widmen wir uns wieder erfreulicheren Themen, denn die Mehrzahl der Gäste, die zu mir kommen, sind anständig und angenehm und dafür möchte ich mich an dieser Stelle mal herzlich bedanken – es macht echt Spaß mit Euch, Jungs!

 

 

 

Die Vor- und Nachteile des professionellen BDSM

Professionelle Erotikdienstleistungen haben ihre Vor- und Nachteile. Die Vorteile liegen auf der Hand: Du zahlst für eine Dienstleistung und bekommst sie, ohne, dass Du Dich am nächsten Tag mit zehntausend Nachrichten oder einem Anspruch auf Deine Person herumschlagen musst. Du bekommst die Dienstleistung dann, wenn Du sie beanspruchen möchtest und so ausgiebig, wie Du es brauchst. Zudem kannst Du Dir halbwegs sicher sein, dass Deine Handlungen geheim bleiben und nicht am nächsten Tag das halbe Dorf darüber spricht. Prostituierte haben zudem (meistens) keine Kopfschmerzen.

Wünsche, die Du äußerst, werden in den meisten Fällen erfüllt werden können

Ohne Rumgezicke und lange Rederei. Du kaufst, ich liefere. Das klingt sehr nüchtern, ich weiß. Wie gerne würde ich Dir etwas darüber erzählen, in welche Abgründe ich Dich führen werde und welche Dinge Du bei mir erleben wirst. Das ist aber so gar nicht meins. Lassen wir einfach unsere Begegnung wirken und sehen, was alles möglich ist.

Die Nachteile sind jedoch auch offensichtlich; im BDSM Bereich ist die menschliche Beziehung meiner Meinung nach der Ausgangspunkt von allem. Ist sie tragfähig, kann und darf ganz vieles passieren. Es gibt immer Risiken. Dinge gehen technisch oder emotional ins Auge oder Du hast Dich in Deinen Wünschen übernommen. Und genau das ist die Herausforderung dabei. Ich kenne Dich kaum, wenn wir das erste Mal miteinander spielen. Auch ich brauche Zeit, um mich an Dich zu gewöhnen. Und auch ich als professionelle Domina habe Grenzen, die durch Geld nicht verschoben werden können.

Ich unterstelle, dass das alles viel intimer ist, als ein bloßer Sexualakt wie wir ihn aus der Erfüllung ehelicher Pflichten kennen.

Es ist ein Spiel mit Grenzen. Und dazu muss man jemanden eben nach und nach kennen lernen. Vielen fehlt der finanzielle Atem, um so eine Beziehung im professionellen Kontext wachsen zu lassen. Das ist nachvollziehbar, macht „mind-blowing“ Erlebnisse aber zu einer Herausforderung (ich sage nicht „unmöglich“). Mind-blowing ist natürlich das Ziel. Es darf aber die legitime Frage gestellt werden, ob das Versprechen, das immer sofort in einer Stunde zu schaffen, nicht an Quacksalbertum grenzt.

Psychologische Aspekte

Die Kunst ist es also, schnell eine tragfähige Beziehung aufzubauen und ein gutes Gespür für Menschen zu haben. Ich denke, dass das eine der wichtigsten Kompetenzen eines dominanten Parts in solchen Spielen ist. Empathie und Reflektionsfähigkeit sind ebenfalls nützlich. Trotzdem bleibt die professionelle Dienstleistung eben eine Dienstleistung. Und eine Stunde eine Stunde. Mit allen Vor- und Nachteilen. Im besten Fall – und das ist, was ich immer anstrebe – entsteht zwischen uns eine freundschaftliche und vertrauensvolle Beziehung, so dass wir gemeinsam immer weiter unsere Grenzen erweitern können.

Technische Grenzen

Ich tue nichts, von dem ich das Gefühl habe, es nicht genügend zu beherrschen – Deine Sicherheit ist ein zentrales Anliegen für mich.

Es ist fahrlässig, Dinge zu tun, deren Auswirkungen man nicht beurteilen kann

Immer wieder sehe ich (unerwünschte) Narben oder Verletzungen von Praktiken, deren Durchführung mangelhaft war. Und wir alle kennen die Geschichte von der Domina, in deren Obhut vor ein paar Jahren jemand ums Leben gekommen ist. Es kommt überhaupt nicht in Frage, dass Du bei mir unerwünschte Spuren davon trägst. Gestorben wird auch nicht, ich sag’s gleich. Genauso wie ich erwarte, dass Du Deine (vorläufigen) Grenzen halbwegs kennst, kenne ich meine.

Ich bin zu vielem bereit und entwickle mich mit den Wünschen meiner Gäste Schritt für Schritt weiter. Ich recherchiere solide, pflege regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und besuche Workshops. Trotzdem begegnen mir immer wieder Wünsche, deren Umsetzung ich nicht sofort anbieten kann. Ich werde aber immer darüber nachdenken und mich dafür engagieren, Deine Fantasie wahr werden zu lassen.

Generell denke ich, dass es nicht immer um bestimmte Praktiken geht. Es ist oft mehr das WIE und mit WEM als das WAS. Alle diese Praktiken sind Vehikel, um einen erwünschten Gefühlszustand hervorzurufen. Das Mittel, das wir dazu verwenden, sollte für alle Mitspieler sicher sein. Amen.

Der perfekte Sklave – eine Mär? Ich denke nicht. Es ist doch gar nicht so schwer. Mit Höflichkeit und gesundem Menschenverstand bist Du schon ganz weit vorne.

Eine devote oder masochistische Ader schadet natürlich auch nicht.

Ich weiß schon, zuweilen fällt es Dir schwer, Deine überschäumende Fantasie im Zaum zu halten, obwohl wir gar noch nicht angefangen haben. Deshalb landest Du letztendlich bei mir. Dennoch empfehle ich Dir, Dich Deiner Kinderstube und der Regeln des guten Umgangs miteinander zu entsinnen, bevor Du mich kontaktierst.

Versuch einfach der Mensch zu sein, dem Du selbst gerne begegnen würdest und alles ist gut.

Ich erwarte von Dir Respekt, Zuverlässigkeit, Diskretion und die Fähigkeit, Deine Wünsche zu formulieren. Wenn Dir das nicht sofort gelingt, werde ich mein Bestes tun, Dir dabei zu helfen, Deine Fantasien zu konkretisieren oder Dich vorzutasten. Oft ist es schwer, die Ungeheuerlichkeiten, die einem so im Kopf rumschwirren, auch zu verbalisieren. Die Angst, das Gegenüber könnte einen verspotten oder ablehnen, ist allgegenwärtig. Ich werde versuchen, Dir diese Angst zu nehmen, so dass wir gemeinsam schauen können, wie wir Deine Fantasie umsetzen. Meine Aufgabe ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der es Dir leicht fällt, Dich zu öffnen. Je besser wir kommunizieren, desto besser wird Dein Erlebnis mit mir.

Die Gleiche Forderung gilt natürlich für mich. Ich werde Dir klar sagen, was ich tun kann und will und was nicht. Im schlechtesten Fall führt das dazu, dass sich unsere Wege trennen, bevor wir angefangen haben. Im Besten dazu, dass Deine Erwartungen damit übereinstimmen, was ich tatsächlich leisten kann. Ich bin nicht der Typ, der gerne das Blaue vom Himmel herunterverspricht, nur um einmal ein paar Euro zu verdienen. Mein Interesse konzentriert sich auf nachhaltige Beziehungen zu meinen Gästen, weil das einfach mehr Spaß macht.

imagecredits: bdsmromance.com

Aus meinen Gesprächen weiß ich, dass Diskretion immer ein heikles Thema ist und dass es dazu ganz viele Ängste von Gästen gibt. Ich bin immer noch überrascht (bis hin zu beleidigt), wenn mir unterstellt wird, ich könnte vielleicht indiskret sein. Da reicht dann auch das Argument nicht, dass das mein berufliches Aus wäre. Deshalb hier ein paar Gedanken dazu.

Die Informationen, die ich von Dir habe, werde ich immer vertraulich und diskret behandeln

Mir ist klar, dass Du mir Deine intimsten Geheimnisse anvertraust und Dich an niemand anderen wenden kannst. Meistens lebst Du in einer funktionierenden Beziehung, wo eben nur eine kleine Sache fehlt. Und deshalb kommst Du zu mir. Für dieses Vertrauen bin ich dankbar und werde es nicht missbrauchen.

Es bereitet mir eine diebische Freude, Dinge zu wissen, zu denen nur die wenigsten Menschen Zugang haben.

Deine intimsten Wünsche zu kennen ist Teil meines Kicks. Ich sehe es als eine Form der Anerkennung. Und die gehört nur mir.

Wenn Du zu mir kommst, biete ich Dir einen geschützten Raum für alle Emotionen, die Du sonst aus persönlichen oder sozialen Gründen nicht erleben kannst oder darfst. Die Menschen, mit denen ich gegebenenfalls zusammenarbeite um Deine Fantasien zu erfüllen, genießen mein uneingeschränktes Vertrauen. Ich prüfe sehr genau, mit wem ich kooperiere. Im Zweifelsfall werde ich Dich mit Maske und anderen Mitteln unkenntlich machen.

Ich habe kein Interesse daran, Dein Privatleben zu stören – das würde bedeuten, dass ich Dich als Gast verliere und wenn es öffentlich wird, auch alle anderen. Diskretion ist meine Lebensgrundlage. Natürlich gebe ich manchmal Anekdoten zum Besten, es wird allerdings niemals Dein Name fallen oder andere Informationen, die Deine Intimsphäre als Person verletzen. In den seltensten Fällen werde ich Dich aktiv kontaktieren – nur dann, wenn ich das Gefühl habe, eine wichtige Information für Dich zu haben, einen Termin absagen muss und/oder Du es mir ausdrücklich erlaubt hast. Ansonsten fristen Deine Kontaktdaten bei mir eine passive Existenz.

Wenn wir uns auf der Straße per Zufall begegnen, werde ich Dich nur dann grüßen, wenn Du es zuerst tust oder ich Dich so gut kenne, dass ich weiß, dass es keine Probleme macht. Wenn Du mich telefonisch kontaktierst und ich schaffe es, Dich innerhalb von fünf Minuten zurückzurufen, werde ich es tun. Ist diese Frist überschritten, schreibe ich Dir eine Nachricht mit der Frage, wann ich zurückrufen darf. Diese Nachrichten werden niemals diffamierende Inhalte oder meinen Namen enthalten. Um das zu verhindern, kontaktiere mich am besten gleich per SMS oder WhatsApp, so kann die Kommunikation deutlich diskreter stattfinden. Auch ich kann übrigens nicht immer gleich sprechen oder schreiben – ich fände es ziemlich entblößend, wenn meine Billakassiererin davon erfahren würde, was ich so treibe.

Ich erwarte also genauso Diskretion von Dir und das betrifft nicht nur meine Person; wenn ich zum Beispiel merke, dass Du Dich über Berufsgenossinnen (ob ich sie kenne oder nicht) abfällig äußerst, muss ich davon ausgehen, dass Du das Gleiche bei anderen mit mir machst. Das ist nicht schön. Oft ist es auch eine Frage der Formulierung – Kritik darf, sachlich formuliert, natürlich durchaus angebracht oder weiter getragen werden, so dass ich lerne, welche Deiner Erfahrungen besonders einprägsam waren und was besser gemacht werden kann. Dann nenne aber keine Namen, das ist eleganter.

Bitte lies in diesem Zusammenhang auch meine Datenschutzerklärung. Sie ist einfach und klar formuliert, so dass keine Fragen offen bleiben. Wenn Du doch noch welche hast, beantworte ich Sie Dir gerne.

Manche Gäste sind (positiv) überrascht, dass ich sie bei der ersten Kontaktaufnahme sieze. Ich halte das für eine Selbstverständlichkeit, so lange wir uns nicht persönlich kennen. Ich werde Dich beim ersten Kontakt auch siezen, wenn Du mich duzt, aus Prinzip. Obwohl ich mit der Zeit die umgekehrte Variante naturgemäß eleganter finde.

Auf meiner Webseite verwende ich in meinen Texten das „Du“, weil es im WWW üblicher ist und weil ich denke, dass es so leichter ist, Dich ganz persönlich anzusprechen. Der Zugang zu meiner Person soll nicht durch unangebracht steife Sprache erschwert werden.

In dem Kontext, indem wir jedoch abseits des Internets aufeinander treffen, finde ich Respekt und Höflichkeit sowie halbwegs annehmbare Umgangsformen enorm wichtig.

Ich würde mich nicht von jemandem unterwerfen lassen wollen, der mir keinen Respekt entgegenbringt – Du etwa?

Zudem braucht man nach einer Session manchmal Trost und Geborgenheit. Diese beiden Dinge erfordern aber eben das Gefühl, respektiert zu werden und sich bei einer Person zu befinden, die sorgsam mit menschlichen Bedürfnissen umgeht.

Abseits einer Session sind wir zuerst einmal Menschen, die sich auf ganz normale Art und Weise begegnen dürfen. Ich finde dabei Humor wahnsinnig wichtig. Um einen guten Job zu machen, muss ich es aber schaffen, eine Vertrauensbasis aufzubauen. Dazu gehört Respekt und in letzter Konsequenz eben das „Sie“ beim ersten Kontakt. Ob Du mich während der Session siezt oder duzt hängt von Deinem persönlichen Geschmack ab, ich bin da flexibel. Schöner finde ich es aber, wenn Du mich weiterhin siezt, weil es eines der vielen kleinen Symbole des Machtgefälles ist, das wir gemeinsam erleben werden. Und manchmal werde ich Dich einfach dazu zwingen.

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