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Ein neues Jahr bricht an. Neues Jahr, neue Gedanken, könnte man sagen. Und ich denke gerne und ausgiebig. Auch wenn das nicht immer vom gewünschten Erfolg gekrönt ist.

Warum tun wir das eigentlich? Warum lassen sich gestandene Männer von einer verkleideten Frau demütigen und quälen und zahlen dafür auch noch Geld? Warum macht es mir Spaß, gemein und fies zu sein und Dich leiden zu sehen? Ist das krank? Ich (und Menschen, die klüger sind als Du und ich) würde sagen: es kommt drauf an.

Warum tust Du es?

Im ersten Moment würdest Du sicher sagen: Weil’s geil ist. Aber lass uns den Gedanken doch mal weiterdenken. Denn “geil” bekommst Du auch, wenn Du masturbierst oder mit jemandem schläfst. Warum also wählst Du diesen Weg? Ich denke, da steckt tatsächlich mehr dahinter. Vielleicht ist es ein Trigger, den Du Dir in Deiner Kindheit eingetreten hast und dessen Du Dir ganz bewusst bist, vielleicht ist es aber auch etwas, dessen Ursprung Du nicht mehr genau benennen kannst. Ich denke, dass die Ausgangslage egal ist. Es ist jetzt da. Weshalb es da ist, hilft wenig dabei, die Mechanismen zu verstehen.

Die meisten meiner Gäste würde ich als psychisch gesund einstufen. Sie zeigen keinerlei Auffälligkeiten. Sie haben ein “normales” Leben, ganz normale Jobs und verhalten sich aus meiner Sicht normal.

Bis sie bei mir zur Türe reinkommen. Sie wollen, dass ich ihnen Dinge antue, von denen so manch einer behaupten würde, sie wären krank. Sie lassen sich schlagen, bis die Haut aufplatzt. Sie lecken meine Spucke vom Boden. Sie küssen meine Füße. Sie lassen sich Nadeln durch ihre Geschlechtsteile stechen oder verkleiden sich gerne als Frau und wollen wie eine Hure behandelt werden. Sie äußern Wünsche, gegen deren Intensität ein Christian Grey wie ein Ministrant anmutet. Das alles sind Dinge, die offensichtlich dazu dienen, einen gewissen Zustand zu erreichen.

Es geht dabei um ganz einfach verständliche Dinge wie Machtlosigkeit, loslassen, Verantwortung abgeben, sich unterlegen fühlen.

Manchmal stimmt das Klischee vom gestressten Manager, der sich in seiner Freizeit von bösen Frauen wie mir unterwerfen lässt, tatsächlich. Man muss aber kein gestresster Manager sein, um das Bedürfnis nach dem dominiert werden zu entwickeln. Menschen stehen unter Druck in ihrem Leben. Menschen müssen funktionieren und leisten. Manche von uns müssen wahnsinnig wichtig, kompetent, souverän oder neurotisch sein, um den Platz, den sie sich im Leben ergattert haben, zu verteidigen. Das macht müde.

Das Bedürfnis nach etwas Auszeit ist groß.

Ich kenne Menschen, die sich mit Alkohol oder Drogen den so notwendigen Ausgleich verschaffen. Andere betreiben (Extrem-) Sport. Wieder andere gehen den Jakobsweg. Und meine Gäste lassen sich eben – salopp gesagt – verhauen. Ich sehe meine Arbeit immer als eine Art Vehikel, um einen gewünschten Zustand zu erreichen. Was meine (gesunden) Gäste neben ihrer Sexualiät antreibt, glaube ich halbwegs zu verstehen.

Warum tue ich es?

Aber wie ist das jetzt für mich? Achtung: Das wird jetzt sehr ernüchternd. Möglicherweise auch geschäftsschädigend. Aber es muss auch mal gesagt sein. Und insgeheim ahnte man es ja schon. Ich bin nicht dazu geeignet, mir ein Blatt vor den Mund zu nehmen, um jemandem zu gefallen oder um mehr zu verkaufen. Dazu bin ich zu alt.

Auch wenn ich Dich das gerne glauben ließe, ich kann nicht 24 Stunden am Tag an Sex denken. Tatsächlich ist meine sexuelle Komponente an dem ganzen Spiel relativ gering bis hin zu inexistent. Das hat einerseits damit zu tun, dass Du mich niemals auf eine eindeutig sexuelle Art berühren darfst, schon gar nicht an intimen Stellen. Weil ich das nicht wollen würde. Du bist ja im Prinzip fremd für mich und ja, ich bin da ziemlich bieder. Hauptsächlich hat es aber damit zu tun, dass ich mich während meines Tuns viel zu sehr im Kopf befinde. Ich muss beobachten, Signale deuten und Dir immer einen Schritt voraus sein. Ich muss auf Dich aufpassen. Ich muss eine Choreographie aufrecht erhalten, ich muss abschätzen, wie viel Druck notwendig ist. Ich darf Deine Tabus nicht vergessen und muss schauen, dass ich wenigstens den einen oder anderen Wunsch umsetzen kann. Das verhindert, dass ich mich persönlich sexuell beteilige. Und trotzdem habe ich – Überraschung – ziemlich viel Spaß. Du fragst Dich jetzt bestimmt, wie das geht.

Während dem für Dich das Loslassen und beherrscht werden eine Wohltat ist, genieße ich es, einen Ort gefunden zu haben, an dem ich die Kontrolle habe.

Ich habe Macht. Ich bin nicht hilflos oder schutzlos. Ich muss mich nicht dem Schicksal unterordnen, ich BIN das Schicksal (hoppala, blasphemische Tendenzen, Frau Lynn). Und bekomme auch noch Geld dafür. Wie viel besser kann es denn noch werden, bitte?

Ich bestimme, was passiert und noch viel wichtiger – was nicht. Es ist nicht wie im “richtigen” Leben wo mir unangenehme Dinge widerfahren, die ich nicht beeinflussen kann. Und das macht es verdammt sexy. Und fühlt sich manchmal an wie eine Therapie gegen die Unbill des Lebens.

Ein anderer Grund ist, dass ich in die Rolle einer immer souveränen, überlegenen Amazone schlüpfen kann. Das ist gut fürs Ego, ehrlich. Sehr wahrscheinlich wärst Du ernüchtert, wie normal ich im Prinzip bin. Und ich bete, dass Du mich niemals ungeschminkt siehst ;-). Für mich ist also auch diese Rolle eine Art Urlaub von meinem normalen Ich. Und das macht sehr viel Spaß.

Wann ist es krankhaft?

Der ICD-10, ein Klassifizierungsschema für Krankheiten, zählt einige Pathologien auf, die wir im BDSM genau so finden wie die ganz normalen Wünsche und Mechanismen, die ich beschrieben habe. Natürlich gibt es auch Zeitgenossen, die aus einem Krankheitsbild heraus bei mir landen. Ich kann das oft nicht unterscheiden, weil ich Dich nicht so gut kenne. Ist auch nicht meine Aufgabe, sonst wäre ich ja Psychotherapeutin und nicht Domina. Trotzdem ist es gut zu wissen, ab wann Deine Wünsche als Krankheit gelten und Du Dir anderweitig Hilfe holen solltest. Zu den krankheitswertigen Gründen können die diversesten Störungsbilder gehören. Ich nehme jetzt mal Abstand davon, das hier aufzuzählen, dazu fehlt mir die medizinische Kompetenz. Jedem, den es interessiert, empfehle ich, sich den ICD-10 mal anzusehen (hier).

Aber Achtung: Erst der Leidensdruck unterscheidet eine Abweichung von einer echten Störung oder Krankheit.

Man könnte also sagen, egal wie hirnrissig Deine Fantasien sind, solange Du nicht leidest und sie keinem anderen schaden, ist es keine Störung.

Die therapeutische oder heilende Komponente

Viele BDSM Praktizierende sprechen von einem therapeutischen Effekt, der eigentlich der Anlass meines Beitrags ist. Da ich wie gesagt – keine psychologische Ausbildung habe und mein Wissen diesbezüglich bestenfalls stümperhaft ist, kann ich nur meine Sichtweise oder mein Erleben schildern. Aber vielleicht empfindest Du ja etwas Ähnliches.

Durch diese künstlich herbeigeführte Situation dürfen wir plötzlich Dinge tun oder empfinden, die wir sonst nicht dürfen.

Es ist ein geschützter Raum für emotionale und sexuelle Experimente.

Oft ist uns leichter, wenn wir eine Emotion einmal einfach völlig ungebremst laufen lassen dürfen. Unsere Sozialisierung verbietet das im normalen Umfeld ja oft. So werden wir unbemerkt zu verklemmten Neurotikern, die sich selber nicht mehr spüren und deren Emotionen durch das Leben perfekt wegtrainiert sind. Ist das nicht traurig?

Ich baue zum Beispiel oft Aggression ab oder Frust, wenn ich Dich quäle. Auch wenn das manche BDSM Experten völlig “pfui” finden. Mir ist das aber egal. Das ist meine BDSM Bühne und meine Regeln. Meine Beweggründe. Meine Emotionen. Und ich darf damit so umgehen, denn ich schade niemandem damit, im Gegenteil. Ich gebe Dir Schutz und die Möglichkeit, dich komplett fallen zu lassen und Du bietest mir eine Projektionsfläche wo meine Emotionen plötzlich zu etwas Erwünschtem werden. Ich finde das klingt sehr in Ordnung. Oder wie sagt man neudeutsch: win-win.

Solltest Du Dir übrigens die Frage stellen, ob Du gesund bist, kann ich Dir gerne einen Psychotherapeuten empfehlen, der das in einer Videosession abklärt. Er macht mit mir meine regelmäßigen Supervisionen und ist mit dem Thema BDSM bestens vertraut. Kontaktiere mich einfach.

 

 

 

Der Beruf der Domina ist freudvoll. Allerdings poppen auch Schattenseiten auf. Stalker und andere unangenehme Zeitgenossen tragen dazu bei, dass dieser Beruf nicht immer ein Honigschlecken ist (wäre ja auch zu schön ;-)). Dieser Beitrag ist eine Hommage an diese beiden Gruppen. Ich nehme mir die Freiheit, auch darüber zu sprechen, denn für mich nimmt das Thematisieren dieser Vorfälle der Sache ein bisschen ihren Schreck.

Stalker – der Erste.

Stalking hat viele Gesichter. Selber habe ich bislang zwei davon erfahren. Das erste Mal fühlte sich jemand bemüssigt, mich mindestens fünf Mal am Tag anzurufen. Einmal war es wegen einem Termin, einmal wegen der Szenarien, die ich für eine künftige Session bereitzustellen versprochen hatte, ein anderes Mal wegen was-weiß-ich.

Wenn ich nicht auf die Anrufe reagiert habe, kamen Nachrichten, aus denen ich schließen sollte, dass der Verfasser ein ganz dringendes Anliegen hätte, wo es um Leben und Tod ginge und dessen ich mich unbedingt sofort annehmen müsse.

Am Anfang reagierte ich darauf – es machte den Eindruck als ob der Gast ein Stammgast werden könnte und ich fand seine Ideen durchaus interessant (außer jene mit der Schlange. Hallo, Tierschutz?).

Nach einigen Tagen merkte ich aber, dass mir diese ständigen Kontaktversuche mit den immer gleichen Fragen, die ich oft drei Mal beantwortete (ja, ich bin ein geduldiger Mensch!) unheimlich viel Energie raubten. Er nahm keine Rücksicht und wenn ich nicht sofort antwortete, eskalierten seine Versuche. Ich habe in der Woche nach unserer ersten Session 70 (!!!) Anrufe gezählt. Ich frage mich, was in so einem Menschen vorgeht. Ruft er seine Freunde auch so oft an? Echt jetzt?

Ich ärgere mich maßlos über diesen Mangel an Respekt gegenüber meiner Person und meiner Lebenszeit.

Irgendwann ist es mir zu blöd geworden und ich habe deutlich kommuniziert dass ich das nicht  mehr möchte. In diesem Fall hat es funktioniert. Nicht alle Fälle enden aber so glimpflich.

Stalker – der Zweite.

Der Zweite Fall ist ein sehr trauriger, was ihn aber nicht weniger lästig macht. Der Mann ist in Wien kein unbeschriebenes Blatt und treibt laut Aussagen von länger gedienten Dominas schon seit Jahren sein Unwesen. Er dürfte psychisch schwer angeschlagen sein, jedoch die zeitlichen und finanziellen Ressourcen besitzen, Stalking als ausgedehntes Hobby betreiben zu können. Er bleibt dabei immer in einer rechtlichen Grauzone (bei mir zumindest). Bei anderen ist es nicht bei Belästigungen über Telefon und Nachrichten geblieben. Bei einer Domina hat er im Privatleben gewütet und eine andere hat ihn sogar anzeigen müssen, um ihn los zu werden. Was die genaue Geschichte dahinter ist, weiß ich nicht bis ins Detail. Das Ende war aber nie romantisch.

Er verwendet immer wieder neue Telefonnummern (meine Güte, der Typ muss ein Zimmer voller Simkarten haben – mich würde alleine das Auseinanderhalten der Nummern wahnsinnig machen). Einmal ist er Anwalt, dann angehender Arzt und bei mir einmal Schweizer Diplomatenkind. Typisch für ihn ist seine Art zu schreiben. Er kontaktiert meistens per SMS und bittet höflich um einen Termin. Dann verunmöglicht er eine Terminfindung indem er immer neue – zusammenhanglose – Vorschläge macht. Mir reißt dann meistens der Geduldsfaden und ich bitte ihn höflich, sich eine andere Domina zu suchen. Daraufhin wird er ausfällig und massiv beleidigend. Und spätestens da speichere ich seine neue Nummer unter dem immer gleichen Kontakt, der gesperrt ist. Die Zahl der Nummern, unter denen ich ihn eindeutig identifiziert habe, war alleine in den letzten Tagen drei. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn jedes Mal erkannt habe.

Rechtlich bleiben mir wenig Möglichkeiten, mich zu schützen.

Die Definition von Stalking – so erklärte man mir das bei der Polizei – ist, dass die Kontaktversuche sehr häufig sind (mehrmals täglich) und mein Leben beeinträchtigen. Super Aussichten. Ich muss mir das also gefallen lassen? Ich frage mich schon, wie lange jemand sowas tut, bis es ihm verleidet.

Edit: Währenddem dieser Beitrag entstanden ist (zornig genug war ich ja), hat es ein Telefongespräch mit besagtem Herrn gegeben. Ich bin gespannt, ob es funktioniert hat…;-)

Was ist Stalking und was nicht?

Jetzt ist es so, dass es Gäste gibt, die mehr Aufmerksamkeit brauchen. Ich bin gerne bereit, diese zu geben, solange ich nicht das Gefühl habe, ausgesaugt zu werden.

Oft fehlt es dem Gegenüber aber an jeglichem Feingefühl, wo für mich als Domina Grenzen der Beziehungspflege sind.

Oder es ist den Herren (Damen haben mich noch nie belästigt) einfach egal, dass hinter der Telefonnummer einer Domina ein ganz normaler Mensch sitzt.

Manche meiner Stammgäste bekommen von mir extra Aufmerksamkeit weil sie sich die Zeit nehmen, mir ganz wunderbare E-Mails zu schreiben oder die WhatsApp Kommunikation besonders witzig oder spannend ist. Ich mag den Dialog und wenn es unter dem Strich menschlich passt und der Gast mich regelmäßig besucht – why not bissi Geplänkel?. Das macht mir nichts und entlockt mir oft ein Schmunzeln und/oder die Inhalte berühren mich sehr. Weil sie Leidenschaft signalisieren. Und Respekt. Das ist KEIN Stalking.

Diese Respektlosigkeit, die Stalker allerdings gegenüber Vertreterinnen unseres Berufsstandes an den Tag legen, sehen die Täter wohl selber als Kavaliersdelikt.

Schließlich sind wir selber schuld, wenn wir Domina werden, nicht wahr? Berufsrisiko, könnte man schulterzuckend argumentieren.

Es ist mir völlig klar, dass manche Vertreterinnen unserer Gilde nichts dafür tun, das Ansehen unseres Gewerbes durch übertriebene Professionalität maßgeblich zu verbessern. Trotzdem finde ich, dass es manchmal helfen würde, sich klar zu machen, dass unsere Tätigkeit, egal mit welcher Philosophie sie ausgeübt wird,  kein Freischein für jeden Trottel ist, uns unsere Zeit zu stehlen und sich zu verhalten wie der letzte Mensch.

Andere unangenehme Mitspieler

Nicht nur Stalker können unangenehm werden. Eine weitere Kategorie sind Forentrolls. Ich habe meine Beteiligung an Foren auf ein Minimum beschränkt, da meine Erfahrungen nicht die besten sind. Oft wird einem mangelnde Kompetenz unterstellt (das Totschlägerargument Nummer eins – wie soll ich da dagegen argumentieren, wenn ich die Menschen nicht mal kenne?

Egal ob ich was kann oder nicht, egal was ich sagen würde oder nicht, ich kann nur verlieren oder setze mich neuen Anfeindungen aus. Was auch immer in den Köpfen dieser Menschen vorgeht, hilfreich ist das bestimmt nicht und dem aussetzen möchte man sich wirklich nicht. Klar – im Internet präsent zu sein ist schon ein Risiko an sich, aber die Diskussionen nicht auch noch mit sinnlosen Deeskalationsversuchen anzuheizen, das habe ich definitiv lernen müssen. Vielleicht wage ich etwas später ja nochmal den Schritt in die Schlangengrube, nachdem ich mir eine gute Strategie zurecht gelegt habe. Denn auch das will geübt sein.

Manche andere unangenehme Mitspieler, wie ich sie im Titel nenne, vergessen bei der Kontaktaufnahme komplett ihre Kinderstube und schreiben nur kurz angebunden, ohne Anrede, Duzen einfach oder drücken sich so aus, dass man gleich spürt, was sie von einem halten. Eine tolle menschliche oder sprachliche Leistung ist das nicht. Und es macht auch keine Lust auf Zusammenarbeit. Wir Dominas merken sowas, meine Herren, und es tut nichts für unser gemeinsames Erlebnis!

Fazit

Spinner gibt es überall, im Umfeld der professionellen weiblichen Dominanz scheint sie jedoch gehäuft aufzutreten. Es hilft, sich eine wahnsinnig dicke Haut zuzulegen, um nicht durchzudrehen oder seine eigene psychische Gesundheit und seinen inneren Frieden zu gefährden. Sich Hilfe und Beistand bei Kolleginnen oder im privaten Umfeld zu holen ist auch nicht verkehrt. Und wenn es wirklich nicht anders geht, muss eben der rechtliche Weg beschritten werden.

Ich bin grundsätzlich kein ängstlicher Mensch, die Nerven, die das alles braucht, würde ich mir aber trotzdem gerne sparen.

Die Blockierfunktion ist übrigens inzwischen mein bester Freund! Im Umgang damit kann ich von so mancher Kollegin jedoch noch viel lernen, fürchte ich…

So. Und jetzt widmen wir uns wieder erfreulicheren Themen, denn die Mehrzahl der Gäste, die zu mir kommen, sind anständig und angenehm und dafür möchte ich mich an dieser Stelle mal herzlich bedanken – es macht echt Spaß mit Euch, Jungs!

 

 

 

Die Vor- und Nachteile des professionellen BDSM

Professionelle Erotikdienstleistungen haben ihre Vor- und Nachteile. Die Vorteile liegen auf der Hand: Du zahlst für eine Dienstleistung und bekommst sie, ohne, dass Du Dich am nächsten Tag mit zehntausend Nachrichten oder einem Anspruch auf Deine Person herumschlagen musst. Du bekommst die Dienstleistung dann, wenn Du sie beanspruchen möchtest und so ausgiebig, wie Du es brauchst. Zudem kannst Du Dir halbwegs sicher sein, dass Deine Handlungen geheim bleiben und nicht am nächsten Tag das halbe Dorf darüber spricht. Prostituierte haben zudem (meistens) keine Kopfschmerzen.

Wünsche, die Du äußerst, werden in den meisten Fällen erfüllt werden können

Ohne Rumgezicke und lange Rederei. Du kaufst, ich liefere. Das klingt sehr nüchtern, ich weiß. Wie gerne würde ich Dir etwas darüber erzählen, in welche Abgründe ich Dich führen werde und welche Dinge Du bei mir erleben wirst. Das ist aber so gar nicht meins. Lassen wir einfach unsere Begegnung wirken und sehen, was alles möglich ist.

Die Nachteile sind jedoch auch offensichtlich; im BDSM Bereich ist die menschliche Beziehung meiner Meinung nach der Ausgangspunkt von allem. Ist sie tragfähig, kann und darf ganz vieles passieren. Es gibt immer Risiken. Dinge gehen technisch oder emotional ins Auge oder Du hast Dich in Deinen Wünschen übernommen. Und genau das ist die Herausforderung dabei. Ich kenne Dich kaum, wenn wir das erste Mal miteinander spielen. Auch ich brauche Zeit, um mich an Dich zu gewöhnen. Und auch ich als professionelle Domina habe Grenzen, die durch Geld nicht verschoben werden können.

Ich unterstelle, dass das alles viel intimer ist, als ein bloßer Sexualakt wie wir ihn aus der Erfüllung ehelicher Pflichten kennen.

Es ist ein Spiel mit Grenzen. Und dazu muss man jemanden eben nach und nach kennen lernen. Vielen fehlt der finanzielle Atem, um so eine Beziehung im professionellen Kontext wachsen zu lassen. Das ist nachvollziehbar, macht „mind-blowing“ Erlebnisse aber zu einer Herausforderung (ich sage nicht „unmöglich“). Mind-blowing ist natürlich das Ziel. Es darf aber die legitime Frage gestellt werden, ob das Versprechen, das immer sofort in einer Stunde zu schaffen, nicht an Quacksalbertum grenzt.

Psychologische Aspekte

Die Kunst ist es also, schnell eine tragfähige Beziehung aufzubauen und ein gutes Gespür für Menschen zu haben. Ich denke, dass das eine der wichtigsten Kompetenzen eines dominanten Parts in solchen Spielen ist. Empathie und Reflektionsfähigkeit sind ebenfalls nützlich. Trotzdem bleibt die professionelle Dienstleistung eben eine Dienstleistung. Und eine Stunde eine Stunde. Mit allen Vor- und Nachteilen. Im besten Fall – und das ist, was ich immer anstrebe – entsteht zwischen uns eine freundschaftliche und vertrauensvolle Beziehung, so dass wir gemeinsam immer weiter unsere Grenzen erweitern können.

Technische Grenzen

Ich tue nichts, von dem ich das Gefühl habe, es nicht genügend zu beherrschen – Deine Sicherheit ist ein zentrales Anliegen für mich.

Es ist fahrlässig, Dinge zu tun, deren Auswirkungen man nicht beurteilen kann

Immer wieder sehe ich (unerwünschte) Narben oder Verletzungen von Praktiken, deren Durchführung mangelhaft war. Und wir alle kennen die Geschichte von der Domina, in deren Obhut vor ein paar Jahren jemand ums Leben gekommen ist. Es kommt überhaupt nicht in Frage, dass Du bei mir unerwünschte Spuren davon trägst. Gestorben wird auch nicht, ich sag’s gleich. Genauso wie ich erwarte, dass Du Deine (vorläufigen) Grenzen halbwegs kennst, kenne ich meine.

Ich bin zu vielem bereit und entwickle mich mit den Wünschen meiner Gäste Schritt für Schritt weiter. Ich recherchiere solide, pflege regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und besuche Workshops. Trotzdem begegnen mir immer wieder Wünsche, deren Umsetzung ich nicht sofort anbieten kann. Ich werde aber immer darüber nachdenken und mich dafür engagieren, Deine Fantasie wahr werden zu lassen.

Generell denke ich, dass es nicht immer um bestimmte Praktiken geht. Es ist oft mehr das WIE und mit WEM als das WAS. Alle diese Praktiken sind Vehikel, um einen erwünschten Gefühlszustand hervorzurufen. Das Mittel, das wir dazu verwenden, sollte für alle Mitspieler sicher sein. Amen.

300 Euro für eine Stunde – geht’s noch?

Wer glaubt, wir Dominas uns eine goldene Nase verdienen, glaubt auch, dass die Erde eine Scheibe ist. Der Aufwand für eine Session ist hoch. Sowohl finanziell als auch zeitlich. Damit Du verstehst, was 300 Euro in der Stunde am Ende bedeuten, möchte ich das für Dich Schritt für Schritt aufspalten. Und wohlgemerkt: Ich verrechne nur die reine Spielzeit.

Das ist verdammt viel Geld für ein bisschen Prostitution!

Ich bezahle Steuern und Sozialversicherung. Ich bin Einzelunternehmerin und überschreite sämtliche steuerlichen Grenzen, die so ein Einkommen attraktiv machen könnten. Das heißt beispielsweise, dass ich nicht nur Einkommens- sondern auch Umsatzsteuer zahle. Würde ich unter diesen Grenzen bleiben, könnte ich von meinen Einnahmen nicht leben.

Aber Du machst mehr Umsatz – Du kannst pro Woche doch viel mehr Termine machen!

Nein, kann ich nicht. Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, dass die Terminwünsche der Gäste oft nicht möglich sind. Es geht eben nur einer auf einmal und maximal drei am Tag. Mehr schaffe ich nicht, weder emotional noch körperlich, da meine Tätigkeit extrem fordernd ist.

Ich möchte meinen Gästen eine frische, starke und präsente Domina sein. Das geht nicht 12 Stunden am Stück.

Oft brauche ich auch dazwischen einen oder mehrere Tage, um runter zu kommen und das Erlebte abzuschütteln.

Ich gehe mit mir selbst achtsam um, damit ich das mit Dir auch kann.

Andere Dominas verlangen aber nur 250 Euro

Ja, das ist korrekt und ein berechtigter Einwand. 250 Euro scheint der marktübliche Preis zu sein. Allerdings verlangen manche auch für die zweite Stunde 250 Euro, ich aber nur 200. Somit wären wir also wieder beim Gleichen. Ich trage mit dieser Preisgestaltung dem hohen Einmalaufwand Rechnung, der für eine Session notwendig ist.

Ich gestalte meine Preise so, wie sich meine Kostenstruktur bei mehr gebuchten Stunden entwickelt. Ich habe meine Hausaufgaben gemacht.

Außerdem – was nichts kostet, ist nichts wert. Und das möchte ich von dieser Dienstleistung niemals behaupten. Hier auch ein kleiner Appell an meine Berufskolleginnen: Mädels, Ihr seid zu billig für das, was Ihr alles bietet!

Es braucht verdammt viel Zeit

Eine Stunde Spaß für Dich bedeutet im Schnitt drei Stunden Arbeit für mich. Eine Session beginnt mit der ersten Kontaktaufnahme. Ich rede mit Dir am Telefon, gerne auch ausführlicher, wenn Du das brauchst und viele Fragen hast.

Mir ist es wichtig, dass Du das Gefühl hast, bei mir gut aufgehoben zu sein.

Mit besonders sympathischen Anwärtern plaudere ich auch gerne mal länger über Gott und die Welt (und BDSM).

Vor der Session muss ich mich herrichten – schminken, anziehen, Materialien bereitlegen, den Raum vorbereiten und mir einen groben Plan für die Session ausdenken (ok, oft kommt es anders…). Dann mache ich ein ausführliches Vorgespräch und Du gehst Dich frisch machen. Die Session dauert dann eine Stunde. Danach kannst Du nochmal duschen und wir plaudern noch ein bisschen.

Ich verbringe also – je nach Ausgangslage – mit dem ersten telefonischen Kontakt eine Stunde für Vorbereitungen, zwei Stunden mit Dir und hinterher noch eine halbe Stunde um aufzuräumen und alles zu reinigen (inklusive mich selber). Nach Adam Riese sind das dreieinhalb Stunden.

Wenn ich schnell bin, sind es nur drei. Ich nehme an, Du verfügst über die notwendigen mathematischen Kenntnisse, um 300 durch drei zu teilen. Fast jeder Klempner in meiner Umgebung verlangt 120 Euro in der Stunde, ohne Material. Das sollte zu denken geben.

Es braucht ziemlich viel Zeugs

Ich gebe pro Monat mehrere hundert Euro für Bekleidung, Körperpflege, und Materialien aus. Das ist aber nur der laufende Betrieb. Die Anfangsinvestitionen, bis die Basics mal da sind, belaufen sich auf mehrere tausend Euro. Die anderen Kosten wie Raummiete, Werbung, Steuerberater, Auto, Parkgebühren, etc. sind noch nicht berücksichtigt. Ja, ich verlange ich für Haus- und Hotelbesuche den gleichen Betrag und kann das auch gerne begründen – das Risiko ist größer, ich brauche mehr eigenes Material und ich muss mich „decken“ lassen.

Ich muss mich weiterbilden, damit ich immer neue Techniken anwenden kann und regelmäßig meine Erste Hilfe Kenntnisse auffrischen. Einmal im Monat begebe ich mich in Supervision, damit ich nicht langsam meine eigene Substanz zu Markte trage. Diese Zeit zahlt mir niemand. Ich muss Dinge ersetzen und neu anschaffen und brauche viel Verbrauchsmaterial, um höchste hygienische Standards zu erfüllen. Und ich muss alle zwei bis drei Wochen einen halben bis einen ganzen Tag im Kosmetiksalon einschieben. Schließlich möchtest du zarte Füße küssen und keine Hornhautstelzen.

So sieht es aus.

300 Euro pro Stunde ist eine Menge Geld, aber reich werde ich damit nicht. Wenn ich einen ordentlichen Job mache und gut auf mich aufpasse, kann ich aber solide verdienen, jede Menge Spaß haben und Dein und mein Leben etwas entspannter und besser machen. Und das ist der Grund, weshalb ich das alles tue.