Manche Gäste sind (positiv) überrascht, dass ich sie bei der ersten Kontaktaufnahme sieze. Ich halte das für eine Selbstverständlichkeit, so lange wir uns nicht persönlich kennen. Ich werde Dich beim ersten Kontakt auch siezen, wenn Du mich duzt, aus Prinzip. Obwohl ich mit der Zeit die umgekehrte Variante naturgemäß eleganter finde.

Auf meiner Webseite verwende ich in meinen Texten das „Du“, weil es im WWW üblicher ist und weil ich denke, dass es so leichter ist, Dich ganz persönlich anzusprechen. Der Zugang zu meiner Person soll nicht durch unangebracht steife Sprache erschwert werden.

In dem Kontext, indem wir jedoch abseits des Internets aufeinander treffen, finde ich Respekt und Höflichkeit sowie halbwegs annehmbare Umgangsformen enorm wichtig.

Ich würde mich nicht von jemandem unterwerfen lassen wollen, der mir keinen Respekt entgegenbringt – Du etwa?

Zudem braucht man nach einer Session manchmal Trost und Geborgenheit. Diese beiden Dinge erfordern aber eben das Gefühl, respektiert zu werden und sich bei einer Person zu befinden, die sorgsam mit menschlichen Bedürfnissen umgeht.

Abseits einer Session sind wir zuerst einmal Menschen, die sich auf ganz normale Art und Weise begegnen dürfen. Ich finde dabei Humor wahnsinnig wichtig. Um einen guten Job zu machen, muss ich es aber schaffen, eine Vertrauensbasis aufzubauen. Dazu gehört Respekt und in letzter Konsequenz eben das „Sie“ beim ersten Kontakt. Ob Du mich während der Session siezt oder duzt hängt von Deinem persönlichen Geschmack ab, ich bin da flexibel. Schöner finde ich es aber, wenn Du mich weiterhin siezt, weil es eines der vielen kleinen Symbole des Machtgefälles ist, das wir gemeinsam erleben werden. Und manchmal werde ich Dich einfach dazu zwingen.

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